Zahnzusatzversicherung für Kinder: Was sie bei der Zahnspange wirklich bringt – Zahnzusatzversicherung Ratgeber
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Zahnzusatzversicherung für Kinder: Was sie bei der Zahnspange wirklich bringt

Tarik El Bouazzaoui11 Min. LesezeitStand: 17. Oktober 2026
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Von Tarik El Bouazzaoui · Stand: 17. Oktober 2026

Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder lohnt sich vor allem dann, wenn sie abgeschlossen wird, bevor ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde eine Fehlstellung feststellt. Die Krankenkasse zahlt eine Zahnspange nur bei schweren Fehlstellungen und nur bis zum 18. Lebensjahr. Leichte Fehlstellungen und private Zusatzleistungen zahlst du ohne Zusatzversicherung selbst.

Hier erfährst du, was die Krankenkasse übernimmt, wo die Lücken liegen, wie Tarife für Kinder leisten und wann ein Abschluss nichts mehr bringt.

Das Wichtigste in Kürze

  • ›Die Krankenkasse zahlt Kieferorthopädie nur bei den Schweregraden KIG 3 bis 5 und nur bis zum 18. Lebensjahr.[1]
  • ›Bei KIG 1 und 2 zahlst du die Behandlung komplett selbst.[1]
  • ›Bei KIG 3 bis 5 trägst du zunächst 20 % Eigenanteil, bei gleichzeitig behandelten Geschwistern 10 %. Den Eigenanteil bekommst du nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung zurück.[1]
  • ›Private Extras wie zahnfarbene oder kleinere Brackets zahlt die Kasse nie.[1]
  • ›Eine Zusatzversicherung zahlt nur, wenn beim Abschluss noch kein kieferorthopädischer Behandlungsbedarf bekannt war.[3]

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Was die Krankenkasse bei der Zahnspange zahlt

Ob die gesetzliche Krankenkasse eine kieferorthopädische Behandlung übernimmt, hängt von den Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) ab. Der Kieferorthopäde ordnet die Fehlstellung einem Schweregrad von 1 bis 5 zu.

SchweregradWas die Kasse zahltWas du zahlst
KIG 1 und 2 (leichte Fehlstellung)NichtsDie gesamte Behandlung privat
KIG 3 bis 5 (ausgeprägte bis schwere Fehlstellung)80 % der gesetzlichen Behandlungskosten, nach erfolgreichem Abschluss auch den EigenanteilZunächst 20 % Eigenanteil (10 % für gleichzeitig behandelte Geschwister) plus alle privaten Extras

Quelle: Verbraucherzentrale, Stand 13.04.2026.[1]

Wichtig: Den Eigenanteil von 20 % bekommst du nur zurück, wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wird. Dafür brauchst du eine Bescheinigung des Kieferorthopäden. Bewahre alle Rechnungen auf.[1]

Für Erwachsene zahlt die Kasse Kieferorthopädie nur bei schweren Kieferanomalien, die eine kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlung brauchen.[1]

Wo die Lücken liegen

Auch wenn die Kasse zahlt, bleiben oft Kosten bei dir. Kieferorthopäden bieten häufig private Zusatzleistungen an, zum Beispiel:[1]

  • ›kleinere oder zahnfarbene Brackets
  • ›Bögen aus Titan statt Stahl
  • ›Versiegelung rund um die Brackets
  • ›Glattflächenversiegelung

Diese Leistungen werden nach der privaten Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abgerechnet und sind oft teurer. Laut Verbraucherzentrale ist ihr Nutzen in vielen Fällen nicht durch Studien belegt.[1]

Deine Rechte beim Kieferorthopäden:[1]

  • ›Die Kassenbehandlung darf nicht verweigert oder von privaten Extras abhängig gemacht werden.
  • ›Lass dir alle privaten Leistungen mit Kosten schriftlich auflisten, bevor du unterschreibst.
  • ›Bezahlen musst du erst nach einer ordentlichen Rechnung.
  • ›Im Zweifel kannst du deine Krankenkasse fragen oder eine Zweitmeinung bei einem anderen Kieferorthopäden einholen.

Was eine Zahnzusatzversicherung für Kinder leistet

Eine Zusatzversicherung kann zwei Lücken schließen:

  1. ›Bei KIG 1 und 2 zahlt sie einen Teil der privaten Behandlung, meist bis zu einem Höchstbetrag.
  2. ›Bei KIG 3 bis 5 zahlt sie einen Teil der privaten Mehrkosten, die über die Kassenleistung hinausgehen.

Den Eigenanteil von 20 % bekommst du bei erfolgreicher Behandlung ohnehin von der Kasse zurück. Der eigentliche Nutzen einer Zusatzversicherung liegt also bei KIG 1 und 2 und bei den privaten Extras.

Tarife von drei Anbietern im sachlichen Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt Tarife von drei Anbietern mit Kieferorthopädie-Leistungen anhand der Anbieterangaben. Sie ist kein vollständiger Marktvergleich und keine Rangliste.

TarifKIG 1 und 2KIG 3 bis 5 (Mehrkosten)Beitrag laut Anbieter
DA Direkt Zahnschutz Premium Plus100 % der Gesamtkosten, höchstens 2.000 Euro100 % der Mehrkosten nach Kassenleistungab 16,90 Euro im Monat
DA Direkt Zahnschutz Premium90 % der Gesamtkosten, höchstens 1.800 Eurolaut Anbieterseite nicht gesondert ausgewiesennicht angegeben
Advigon Dental Premium (HanseMerkur-Gruppe)80 % der Gesamtkosten, höchstens 2.000 Euro je Kiefer80 % der Mehrkosten, höchstens 1.200 Euro (600 Euro je Kiefer)nicht eindeutig angegeben
Advigon Dental Clever (HanseMerkur-Gruppe)keine Leistung80 % der Mehrkosten, höchstens 1.200 Euro (600 Euro je Kiefer)9,68 Euro für Kinder bis 14 Jahre
Allianz MeinZahnschutz 7575 % der Kosten, höchstens 2.000 Euro75 % der Kosten nach Kassenleistung, im selben Höchstbetrag8,43 Euro (0 bis 20 Jahre)
Allianz MeinZahnschutz 9090 % der Kosten, höchstens 2.500 Euro je Versicherungsfall90 % der Kosten nach Kassenleistung, im selben Höchstbetrag13,15 Euro (0 bis 20 Jahre)
Allianz MeinZahnschutz 100100 % der Kosten, höchstens 3.000 Euro100 % der Kosten nach Kassenleistung, im selben Höchstbetrag17,47 Euro (0 bis 20 Jahre)

Stand der abgerufenen Anbieterinformationen: 17.10.2026. Bei DA Direkt gilt außerdem eine Zahnstaffel in den ersten vier Versicherungsjahren (Premium Plus: 1.500 Euro im ersten Jahr, insgesamt 6.000 Euro in den ersten vier Jahren). Ob und wie Kieferorthopädie darauf angerechnet wird, regeln die Versicherungsbedingungen. Die Allianz-Beiträge gelten für die Altersgruppe 0 bis 20 Jahre, ohne Alterungsrückstellungen. Einzelheiten und die maßgeblichen Bedingungen gehen vor.[2][3][4][5]

Wartezeit: Advigon verzichtet laut eigener Angabe bei Dental Clever und Dental Premium für Neuanträge vom 01.05. bis 31.12.2026 auf die Wartezeit, und zwar für Kieferorthopädie und Zahnbehandlung bei Kindern bis einschließlich 15 Jahre.[2] DA Direkt nennt für Premium Plus Schutz „ohne Wartezeit vom Versicherungsbeginn an“, begrenzt durch die Zahnstaffel.[3] Die Allianz MeinZahnschutz-Tarife haben keine Wartezeit.[6]

Kieferorthopädie bis 21: So regelt es die Allianz

Ich vermittle die Allianz MeinZahnschutz-Tarife. Deshalb zeige ich dir hier genau, was in den Bedingungen steht, am Beispiel von MeinZahnschutz 100 (Tarifbedingungen, Stand Oktober 2025):[6]

  • ›Leistung bis zum 21. Geburtstag: Erstattet werden 100 % der erstattungsfähigen Kosten, abzüglich dessen, was die Krankenkasse zahlt. Die Bedingungen knüpfen die Leistung nicht an einen KIG-Grad. Bei einem Privatzahnarzt ohne Kassenzulassung sind es 75 %.
  • ›Private Extras sind ausdrücklich genannt: zum Beispiel Keramik-, Mini- oder selbstligierende Brackets, besondere Bögen und Lingualtechnik.
  • ›Höchstbetrag: Für Kieferorthopädie zahlt der Tarif höchstens 3.000 Euro.
  • ›Keine Wartezeit, aber eine Zahnstaffel: In den ersten Versicherungsjahren sind die Erstattungen begrenzt, und die Kieferorthopädie zählt mit. Bei MeinZahnschutz 100 sind es 1.000 Euro im ersten, 2.500 Euro in den ersten zwei und 4.000 Euro in den ersten drei Versicherungsjahren. Bei Unfällen gelten diese Grenzen nicht.
  • ›Das erste Versicherungsjahr endet am 31. Dezember. Wer im Herbst abschließt, hat also ein kurzes erstes Jahr mit eigener Grenze.
  • ›Ab 21 Jahren zahlt der Tarif Kieferorthopädie nur noch nach einem Unfall oder bei einer schweren Kieferfehlstellung, die eine kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlung braucht.
  • ›Mindestvertragsdauer: zwei Versicherungsjahre.

Zwei Punkte aus den Allianz-Informationen sind für Eltern besonders wichtig:[4][5]

  • ›Neugeborene: Ist ein Elternteil bei der Allianz zahnversichert, kann das Kind innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung mitversichert werden.
  • ›Bereits angeratene Zahnspange: Hat ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde die Behandlung schon empfohlen, ist sie ausgeschlossen. Dann hilft auch dieser Tarif für diese Behandlung nicht mehr.

Was das für dich heißt: Wenn dein Kind noch keine Diagnose hat, deckt MeinZahnschutz 100 auch leichte Fehlstellungen und private Extras ab, begrenzt durch den Höchstbetrag und die Zahnstaffel. Je früher du abschließt, desto mehr der Zahnstaffel ist abgelaufen, wenn die Zahnspange kommt.

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Rechenbeispiel: leichte Fehlstellung (KIG 2)

Wir rechnen mit ausdrücklich angenommenen Werten, nicht mit einem konkreten Behandlungsplan:

RechenschrittBetrag
Angenommene Kosten einer privaten Behandlung bei KIG 24.000 Euro
Leistung der Krankenkasse0 Euro
Tarif mit 100 % Erstattung, höchstens 2.000 Euro2.000 Euro
Verbleibender Eigenanteil2.000 Euro

Selbst ein Tarif mit 100 % Erstattung zahlt also nur bis zu seinem Höchstbetrag. Mit einem Höchstbetrag von 3.000 Euro, wie bei Allianz MeinZahnschutz 100, blieben in diesem Beispiel 1.000 Euro bei dir, sofern die Zahnstaffel bereits abgelaufen ist. Prüfe außerdem, ob eine Zahnstaffel in den ersten Jahren die Erstattung zusätzlich begrenzt.

Wann du dein Kind versichern solltest

Entscheidend ist nicht das Alter, sondern der Zeitpunkt vor der Diagnose. Kieferorthopädische Leistungen werden nur übernommen, wenn beim Abschluss noch kein Behandlungsbedarf bekannt oder diagnostiziert war.[3] HanseMerkur empfiehlt einen Abschluss „ab drei Jahren“, solange die Zähne gesund sind und keine Behandlung abzusehen ist.[2]

Deine SituationSinnvoller nächster Schritt
Dein Kind hat gesunde Zähne, niemand hat eine Fehlstellung erwähntJetzt Tarife mit Kieferorthopädie-Leistung vergleichen.
Der Zahnarzt hat eine Fehlstellung angesprochen oder eine Überweisung zum Kieferorthopäden ausgestelltDie Kieferorthopädie ist dann in der Regel ausgeschlossen. Vor einem Abschluss schriftlich klären, was noch versichert wäre.
Ein Behandlungsplan liegt vor oder die Behandlung läuftEine neue Zusatzversicherung zahlt für diese Behandlung nicht. Prüfe nur noch, ob sich der Schutz für andere Leistungen lohnt.
Mehrere Kinder werden gleichzeitig behandeltBei KIG 3 bis 5 sinkt der Eigenanteil für Geschwister auf 10 %.[1]

Was ein Kindertarif sonst noch abdecken kann

Neben der Kieferorthopädie leisten viele Kindertarife auch für:

  • ›Professionelle Zahnreinigung, zum Beispiel bis zu 200 Euro im Jahr bei DA Direkt Premium Plus und Advigon Dental Premium.[2][3]
  • ›Füllungen und Wurzelbehandlungen.
  • ›Zahnersatz nach Unfällen, etwa nach einem Sturz beim Sport. DA Direkt nennt für Premium Plus 100 % ohne Höchstbetrag im Unfallfall.[3]

Checkliste vor dem Abschluss

  • ›Hat ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde schon eine Fehlstellung angesprochen?
  • ›Leistet der Tarif auch bei KIG 1 und 2 oder nur bei KIG 3 bis 5?
  • ›Wie hoch ist der Höchstbetrag für Kieferorthopädie, gesamt oder je Kiefer?
  • ›Gilt eine Wartezeit oder eine Zahnstaffel, und wird die Kieferorthopädie darauf angerechnet?
  • ›Bis zu welchem Alter leistet der Tarif für Kieferorthopädie?
  • ›Was passiert mit dem Vertrag, wenn dein Kind volljährig wird?
  • ›Wie hoch ist der Beitrag für dein Kind, und wie entwickelt er sich mit dem Alter?

Häufige Fragen

Zahlt die Krankenkasse die Zahnspange für Kinder?

Ja, aber nur bei ausgeprägten bis schweren Fehlstellungen (KIG 3 bis 5) und bis zum 18. Lebensjahr. Eltern zahlen zunächst 20 % Eigenanteil, bei Geschwistern 10 %, und bekommen ihn nach erfolgreichem Abschluss zurück. Bei KIG 1 und 2 zahlt die Kasse nichts.[1]

Was bedeutet KIG?

KIG steht für Kieferorthopädische Indikationsgruppen. Der Kieferorthopäde ordnet die Fehlstellung einem Schweregrad von 1 bis 5 zu. Davon hängt ab, ob die Krankenkasse zahlt.

Wann sollte ich eine Zahnzusatzversicherung für mein Kind abschließen?

Bevor ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde einen Behandlungsbedarf feststellt. Danach ist die Kieferorthopädie in der Regel ausgeschlossen.[3]

Zahlt die Zusatzversicherung, wenn die Zahnspange schon geplant ist?

In der Regel nicht. Begonnene oder angeratene Behandlungen sind ausgeschlossen, und Kieferorthopädie wird nur übernommen, wenn beim Abschluss noch kein Behandlungsbedarf bekannt war.[3]

Übernimmt die Zusatzversicherung den Eigenanteil von 20 %?

Je nach Tarif kann sie Mehrkosten über die Kassenleistung hinaus übernehmen. Den Eigenanteil von 20 % erstattet die Krankenkasse aber ohnehin nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung zurück.[1] Der größere Nutzen liegt meist bei KIG 1 und 2 und bei privaten Zusatzleistungen.

Persönliche Beratung

Ich bin Tarik El Bouazzaoui. Wenn du unsicher bist, ob für dein Kind schon ein Behandlungsbedarf dokumentiert ist oder welcher Tarif zu eurer Situation passt, schauen wir uns das gemeinsam an. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.

Eine persönliche Einschätzung ist keine Leistungszusage des Versicherers. Bitte beachte auch die Erstinformation.

Transparenz: Durch die Vermittlung von Versicherungen erhalte ich als Makler eine Vergütung vom jeweiligen Versicherer. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Beratungskosten.

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Quellen und Informationsstand

Abgerufen am 17. Oktober 2026. Anbieterangaben ersetzen weder einen vollständigen Marktvergleich noch die maßgeblichen Vertragsunterlagen.

  1. ›Verbraucherzentrale: Eigenanteil, Kassenleistung und Zusatzkosten beim Kieferorthopäden, Stand 13.04.2026
  2. ›HanseMerkur / Advigon: Zahnzusatzversicherung für Kinder, Tarife und Leistungen
  3. ›DA Direkt: Zahnzusatzversicherung für Kinder, Premium Plus
  4. ›Allianz: Zahnzusatzversicherung für die Zahnspange
  5. ›Allianz: Zahnzusatzversicherung für Kinder
  6. ›Allianz Private Krankenversicherungs-AG: Tarifbedingungen MeinZahnschutz 100 (ZS100), Stand Oktober 2025, Ziffern 2.2.2.8, 2.2.2.11 und 2.2.2.13; Tarifbedingungen MeinZahnschutz 90 (ZS90)

Häufige Fragen (FAQ)

Sehr Gut (0,6) Stiftung Warentest Keine Wartezeit

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